Trailrunning

Endspurt: Der Transalpine Run steht vor der Tür

Endspurt: Der Transalpine Run steht vor der Tür und die Vorfreude ist riesig! In nur wenigen Tagen geht es in den Süden, nach Fischen im Allgäu und sieben Tage später erreichen wir hoffentlich gemeinsam Sulden am Ortler - laufend und mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Seitdem die fixe Idee unserer Teilnahme am Alpenlauf entstand, ist noch nicht so viel Zeit ins Land gegangen und doch haben wir diese wenigen Wochen effektiv genutzt, um uns spezifisch und vor allem gemeinsam vorzubereiten.

Lange Läufe vergingen wie im Flug. Zwei Mädels „on Trail“ - da wird schon mal im Duett über Strategien, Material, potentielle Risiken und natürlich das passende Outfit geschnattert.

Tempospitzen haben wir über regionale Wettkämpfe gesetzt: Nolle war beim Dresdner Nachtlauf am Start und Annett bei der TSC TeamStaffel Dresden. Außerdem sind wir gemeinsam beim Festungslauf in Königstein den Berg hoch gehechelt.

Unsere ganz persönliche Lieblingseinheit?

Annett

Als Berufssportlerin (Triathlon) bin ich es gewohnt strukturiert und gezielt nach Plan zu trainieren. Für die Vorbereitung des Transalpine Run habe ich es genossen einfach mal loszulaufen und die Länge und Intensität der Einheit je nach Befinden zu gestalten. Zum Beispiel in der Dresdner Heide: Start ist an der Mordgrundbrücke, von dort lasse ich mich treiben, versuche neue kleine Wege zu erkunden oder suche mir eine längere Treppe und renne sie hoch, wieder runter, wieder hoch...
Ansonsten mag ich Fahrtenspiele oder Einheiten mit kürzeren Intensitäten (1 Minuten Intervalle). Das lockert die Läufe unheimlich auf und macht schnelle Beine.

Nolle

Ich habe im Laufe der Saison großen Gefallen an Tempo-Wechseltrainings gefunden: Ein oder zwei Kilometer zackig, dann einen gemütlich. Und von vorn! Gern auch im Gelände und am besten in Begleitung. Schulter an Schulter. Oder als Abwechslung eingebettet in einem langen Lauf! Das sind und bleiben meine Liebsten: Die langen Kanten (25 km und mehr), auch mal als „Doppeldecker“, also zwei oder drei Tage hintereinander. Egal, ob von der Haustür weg oder im geliebten Elbsandsteingebirge. Auch egal, ob neue Pfade entdecken oder wieder und wieder die gewohnte Runde. Es ist immer wieder etwas Besonderes und Grund, ein bisschen Stolz auf sich zu sein.

Immer wieder konnten wir feststellen, dass wir ein richtig gutes Team abgeben. Wir können beide halbwegs laufen :-) Das haben wir schon hier und da bewiesen. Aber jede von uns hat obendrein besondere Stärken. Wenn es uns gelingt, diese als Team bestmöglich zu kombinieren, werden wir viel Freude haben und dem einen oder anderen die zarten Laufwaden von hinten zeigen. Aber auch die Durststrecken werden wir ganz sicher bestmöglich miteinander meistern - und das ist im Grunde noch viel entscheidender bei einem Team-Event dieser Länge.

Der Countdown läuft. Endspurt!

Was sagt unser Gefühl?

Annett

Wann geht es endlich los?

Ich bin heiß wie Frittenfett.

Respekt? Auf jeden Fall und ganz groß geschrieben.

Ziel: zu zweit finishen, nicht zu schnell losrasen und dann mal schauen was passiert.

Nolle

Aufregung! Nervosität!

Fast täglich zwischen 30 und 45 Kilometer, täglich ca. 2.000 Höhenmeter. Beim ersten Mal (2015) „war alles neu“. Ich glaube, das war mir lieber. Nun weiß ich was uns erwartet: Täglich werden die Berge steiler und höher, die Nerven dünner. Immer wieder neu motivieren und jeden Morgen „Highway to Hell“. Es wird eine Mammutaufgabe. Das Herz flimmert, die Knie zittern. Aber Annett an der Seite zu haben, ist ein gutes Gefühl. Schließlich: Vorfreude!


Die letzten Vorbereitungen ...

Annett

...sind eigentlich ganz simpel: Beine hochlegen und das fast die ganze letzte Woche lang, bis auf ein paar kurze letzte Einheiten um den Körper am Einschlafen zu hindern. Ansonsten das Übliche: Tasche packen und das Vorstart-Bauchkribbeln entfachen.

Nolle

Jetzt jeden Tag pünktlich ins Bett! Gut essen, viel trinken, Kraft tanken. Alle sieben Sachen zusammen suchen und so oft es geht die Seele baumeln lassen.

Tapering fetzt immer wieder :-)


Ich packe meine Tasche und nehme mit ...

Annett

Mr. Coco, meinen Kuschelersatz für den Liebsten

Eine Tafel Lieblingsschoki (Toffee Ganznuss, soviel sei verraten)

Ne Pulle Kribbelwasser

Nolle

Wie bei Omma: Fußbadschüssel, Bimsstein und Hirschtalgcreme. Lacht nur! Die Füße sollen mich schließlich 7 Tage über die Alpen tragen

Mein Schnuffeltuch, muss immer mit in die Berge

1 Paar Highheels. Vorsichtshalber


Und nun? Was für uns noch wichtig ist …

Die Crew. Sie passt zwar nicht ins Köfferchen, aber muss unbedingt mit: Nolles Schwägerin Ilka. Der TAR ist ein Team-Event durch und durch. Persönlicher Support ist nicht zwingend notwendig (es ist alles bestens organisiert), aber eine riesengroße Hilfe. Da Ilka unseren Tourbus steuert, waren wir unabhängiger in der Auswahl unserer Unterkünfte und können auch mal zwei oder drei Nächte an einem Ort bleiben. Aber eigentlich viel wichtiger als der Chauffeurdienst: jemand dabei zu haben, der kleine Dinge erledigt, mal streichelt oder ein Machtwort spricht. Das ist Gold wert! Vor lauter Erschöpfung oder Emotionen kann man schon mal den Überblick verlieren. Nicht schlimm. Den hat Ilka dann. Neben uns zwei Mädels sind auch Mathias und Holger aka Team OEM mit an Bord – sie wird alle Hände voll zu tun haben.

Reden. Der TAR ist eine Grenzerfahrung - nicht nur für die Beine, auch für die Birne. Sorgen in sich rein fressen bringt gar nichts. Kennen wir uns auch gut und haben schon Vieles besprochen -  wir können in die andere nicht hineinschauen. Oft reicht es, Dinge einfach anzusprechen. Schon öffnet sich eine neue Sichtweise. Also, da sind wir uns einig: Ängste, Schmerz, Wut – raus damit! Müsste im Zweifel alles mit über den Berg und wiegt viel zu schwer.

Das Ziel niemals aus den Augen verlieren. „Meine Güte, warum machen wir das?“ Das werden wir uns immer wieder fragen zwischendurch.

Weil uns die Herausforderung kitzelt. Weil der landschaftliche Reiz dieser „Reise“ kaum zu übertreffen ist. Weil wir unseren Sport und die Art und Weise der Bewegung in der Natur lieben. Und weil es, trotz oder gerade wegen aller Strapazen, ein unbeschreibliches Gefühl ist, nach 7 Tagen gemeinsam im Ziel einzulaufen.

Wir kennen die Antwort! Falls wir das zwischendurch einmal vergessen sollten – erinnert uns gern daran ;-)

Über Datasport (https://www.datasport.com/live/search/?racenr=19946-01 …funktioniert dann hoffentlich) könnt ihr uns live verfolgen → Team SachsenTrail hat die Startnummer 300 ;-) Ein Update von uns beiden gibt’s zwischendurch auch über die Facebookseite der Laufszene Sachsen.

Haben wir noch etwas vergessen?

Oh ja: den kompletten Bericht über unseren Lauf beim Transalpine Run mit allen Fotos, Videos, Emotionen und Laufstories gibt's dann als Vortrag am 10. November 2017 im Programmkino Ost. Also Termin schonmal vormerken & weitere Infos folgen :-)

Keep on running – und natürlich Daumen drücken nicht vergessen!

Liebe Grüße

Annett & Nolle

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